29. April '11
Interview mit Safkan
SC: Wie und wann hat sich die Band Safkan gegründet?
Matze: Vor ein paar Jahren kamen Timur und Kemal zu mir ins Studio und wollten Gesangsaufnahmen für ein türkisch-sprachiges Elektro-Projekt machen. Ich kam mit Timur schnell ins Gespräch und wir landeten schnell beim Thema Rockmusik. Es war immer schon sein Traum gewesen türkische Rockmusik zu machen, er hatte aber nie die passenden Leute dafür gefunden. Der Rest hat sich dann fast von alleine ergeben: Wir haben die ersten Songs zusammen geschrieben, uns eine Band zusammengesucht und angefangen uns für die Bühne fit zu machen.
Timur: Ich hatte ein Studio gesucht für die Umsetzung meiner musikalischen Ideen und wurde bei Matze fündig. Anfangs arbeiteten wir an meinem Material ohne weitere Gedanken. Es ergab sich, dass wir uns gut verstanden und gut zusammenarbeiteten. Schließlich war Matze von meiner Vision und meinen Songs überzeugt und wir beschlossen die Sache gemeinsam anzupacken, dass geschah glaube ich Ende 2004. Und 2006 Stand die Formation der Band Safkan.
SC: Was waren bisher eure wichtigsten Meilensteine?
Florian: Sicherlich die Veröffentlichung unserer CD SAFKAN. Aber auch der Weltmusikwettbewerb CREOLE, dessen Landesentscheid wir für Niedersachen und Bremen 2009 gewannen, war eine tolle Anerkennung unserer Arbeit – aber auch gleichzeitig eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Künstlern auszutauschen.
Unser Beitrag zum VfL Projekt von Kalla Wefel hat uns auch viel Spaß gemacht.
SC: Was sind eure Ziele für die Zukunft und wie wollt ihr diese erreichen?
Florian: In diesem Jahr steht sicherlich die Produktion des 2. Albums im Vordergrund. Des weiteren wollen wir natürlich gerne möglichst oft live spielen .
Timur: Weiterhin viel an uns zu arbeiten und unseren Profil zu schärfen, natürlich unsere Musik landesweit bekannt zu machen und auch in der Türkei Fuß zu fassen.
SC: Das besondere an Safkan ist ja die multikulturelle Besetzung und die daraus resultierenden orientalischen Einflüsse auf eure Rock-Musik. Kam diese innovative Mischung des Turkish Rock von Anfang an gut an, oder fiel es euch vorerst schwer euch zu etablieren? (Der Mensch ja ein „Gewohnheitstier“ und tut sich zuweilen schwer mit Neuem.)
Florian: Eine gute Frage... die man nur schwierig kurz beantworten kann.
Grundsätzlich mangelte es nie an Anerkennung und positiver Resonanz, was wirklich toll ist. Auch das Publikum, das uns live erlebt hat, haben wir immer als aufgeschlossen und positiv erlebt. Wir sind ja nun mal eine Rockband, und nicht in erster Linie „Integrationsprojekt“ - auf unseren Konzerten kann man eine Menge Spaß haben! Insbesondere die Türken selbst wollen überzeugt werden und sind zuerst vorsichtig. Aber sie hören aufmerksam zu.
Auf der anderen Seite hast Du vollkommen Recht: der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und wir erwarten natürlich keinen Applaus, bevor wir gespielt haben... Unsere Erfahrungen auf Stadtfesten haben uns aber gezeigt, dass sich die Menschen aber gerne auf uns einlassen, uns zuhören, bis zum Schluss da bleiben und am Ende auch gerne mit uns rocken!
SC: Wie seid ihr anfangs an Gigs gekommen und wie hat sich das im Laufe der Zeit verändert?
Matze: Am Anfang lief vieles erstmal hier bei uns in Osnabrück. Freunde wurden neugierig auf uns und es hat sich herumgesprochen. Hier haben wir mittlerweile eine ganz gute Basis. Schon bald kamen dann auch überregionale Auftritte dazu, von denen wir gerne mehr machen würden. Eigentlich fehlt uns derzeit nur noch eine engagierte Konzertagentur, die uns dabei hilft, das zu tun, was wir am Liebsten tun: Livespielen!
SC: Auf welchem Weg seid ihr zu eurem Label Timezone gekommen und was hat sich seither für Safkan geändert?
Matze: Wir hatten mit unserem Debutalbum recht interessante Angebote, haben uns dann aber für das ebenfalls in Osnabrück ansässige Label Timezone entschieden. Eine enge Zusammenarbeit und direkte Kommunikation waren uns sehr wichtig. Wir kannten Holger und Gerald von Timezone schon länger, so dass wir wussten, was wir voneinander zu erwarten hatten und konnten gemeinsame Pläne schmieden, auf Augenhöhe sozusagen. Allen Schwierigkeiten des derzeitigen Musikmarktes trotzend haben die beiden ganze Arbeit geleistet und wir haben gute Resonanz auf die Veröffentlichung bekommen. Aber wie gesagt: der Markt ist schwierig und man muss ständig noch neuen Wegen Ausschau halten.
SC: Ihr habt euch mit NRD-Artist Management professionelle Unterstützung ins Boot geholt. In welchen Bereichen werdet ihr promotet und inwieweit hat euch das bisher euren Zielen näher gebracht?
Florian: Die Zusammenarbeit mit dieser Agentur steckt noch ganz in den Anfängen, eine eigentliche Bewertung kann sicherlich frühestens in einem halben Jahr erfolgen. Wir erhoffen uns natürlich eine Erweiterung unseres Bekanntheitsgrads und daraus resultierend bundesweite Auftrittsmöglichkeiten.
SC: Es gibt sehr viel musikalisch talentierte Bands in Deutschland und auf der ganzen Welt. Warum wird sich Safkan von der Masse abgrenzen - was ist eurer Meinung nach Safkans Schlüssel zum Erfolg?
Timur: Authentizität. Energie. Leidenschaft.
SC: Könnt ihr anderen Bands ein paar Tipps mit auf den Weg geben, was sie mitbringen müssen, um am hartumkämpften Musikmarkt zu bestehen?
Florian: Das kommt darauf an, was man erreichen will. Man braucht viel Geduld. Die Ausbildung wird sicherlich auch immer wichtiger. Als Instrumentalist sollte man immer offen und interessiert für neue Ideen und Einflüsse sein – denn den „einen“ richtigen Weg gibt es nicht.
Timur: Authentizität und Leidenschaft sind für mich die Grundvoraussetzungen um zu bestehen. Was Erfolg ist, sollte man vorab für sich selber definieren aber egal was man unter Erfolg versteht, Tatsache ist, dass es harte Arbeit ist, die viel Geduld und Ausdauer erfordert. Geduld und Ausdauer kann man meiner Meinung nach nur aufbringen, wenn man leidenschaftlicher Musiker ist und an seine Sache glaubt und zur 100% dahinter steht.







